In dem Buch geht es um ein Kind, Robert, das unter dem „Proteus-Syndrom“ leidet. Dabei handelt es sich um einen genetischen Defekt, der zur Klasse der „asymmetrischen Großwuchserkrankungen“ zählt. Er ist gekennzeichnet durch ein übermäßiges Wachstum einzelner Körperteile – in unserem Fall ist es der Fuß des Kindes – aber niemals des gesamten Körpers.

Eine Gruppe von Organhändlern wird auf Robert mit dem großen Fuß aufmerksam. Sie möchten den Fuß kaufen und bieten eine immense Summe. Aber Jakob, der etwas verschrobene Vater des Kindes, sträubt sich vehement gegen ein solches Geschäft, obwohl er einsieht, dass auch aus medizinischer Sicht eine Amputation angezeigt ist. Es kommt zum Konflikt mit Ira, seiner Frau, die keinen Sinn darin sieht, auf das viele Geld zu verzichten, wenn der Fuß ohnehin amputiert werden muss.

Was ist das für ein Buch? Ist es eine Komödie? Ein Familiendrama? Ein Organhandelthriller? Für mich ist es ein existentielles Drama auf dem Horizont der Fragestellung, wie viel ich von mir preisgeben kann, ohne mich selbst zu verlieren.

Das Motto des Romans ist: „Die Welt beginnt wo der Sinn aufhört“.

Und wenn Sie fragen, was der Titel „Schachtelkäfer“ bedeutet, weise ich auf Ludwig Wittgensteins „Philosophische Untersuchungen“ (1958) hin. Dort heißt es in der 293. Untersuchung:

„(…) Angenommen, es hätte Jeder eine Schachtel, darin wäre etwas, was wir ‚Käfer‘ nennen. Niemand kann je in die Schachtel des Anderen schaun; und Jeder sagt, er wisse nur vom Anblick seines Käfers, was ein Käfer ist. – Da könnte es ja sein, dass Jeder ein anderes Ding in seiner Schachtel hätte. Ja, man könnte sich vorstellen, dass sich ein solches Ding fortwährend veränderte – Aber wenn nun das Wort ‚Käfer‘ dieser Leute doch einen Gebrauch hätte? – So wäre er nicht der der Bezeichnung eines Dings. Das Ding in der Schachtel gehört überhaupt nicht zum Sprachspiel; auch nicht einmal als ein Etwas: denn die Schachtel könnte auch leer sein. – Nein, durch dieses Ding in der Schachtel kann ‚gekürzt werden‘; es hebt sich weg, was immer es ist.(…)“

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Schachtelkäfer
Roman,
Topicana, Saarbrücken, 2003 
ISBN-13: 978-3-937046-02-0
Bezug über das Saarländische Künstlerhaus

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